Reisehinweise für Ecuador

Gültig am:

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Publiziert am: 03.05.2024

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst. Beachten Sie auch die nachstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Das Kapitel grundsätzliche Einschätzung ist aktualisiert worden. (Engpässe bei der Stromversorgung)

Grundsätzliche Einschätzung

Der persönlichen Sicherheit ist grosse Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Kriminalitätsrate ist sehr hoch. Auch bekämpfen sich verschiedene Drogenbanden und andere kriminelle Gruppen gegenseitig. Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden sowie Schiessereien zwischen Sicherheitskräften und kriminellen Banden haben im ganzen Land stark zugenommen. Auch Entführungen, insbesondere sogenannte Express-Entführungen, kommen vor.
Vermehrt werden auch Anschläge durch Drogenbanden und kriminelle Gruppierungen verübt. Sie richten sich meistens gegen Sicherheitsbehörden, Politikerinnen und Politiker sowie Journalisten. Bei solchen Ereignissen können auch unbeteiligte Personen in Mitleidenschaft gezogen werden.
Die Regierung hat den Kampf gegen die kriminellen Gruppen als internen bewaffneten Konflikt deklariert. Diese Deklaration erlaubt es der Regierung verschiedentliche Massnahmen auf lokaler oder landesweiter Ebene zu verhängen. Beispielsweise wird das Militär in die Verbrechensbekämpfung miteinbezogen und Gebiete können kurzfristig zu Sicherheitszonen unter Befehlsmacht des Militärs erklärt werden.
Die Behörden können zudem zur Bekämpfung krimineller Gruppen wie auch bei Unruhen jederzeit den Ausnahmezustand ausrufen. Der Ausnahmezustand berechtigt die Behörden unter anderem, Hausdurchsuchungen ohne Durchsuchungsbefehl vorzunehmen, die Versammlungs- oder die Bewegungsfreiheit einzuschränken und Ausgangssperren zu verhängen.
Weitere Informationen finden Sie unter:
Gobierno de la República del Ecuador: Comunicación de la Presidencia

Die wirtschaftliche, soziale und politische Lage ist sehr angespannt. Im ganzen Land muss immer wieder mit Streiks, Demonstrationen sowie Zusammenstössen zwischen Demonstrierenden und den Sicherheitskräften und Verkehrsblockaden gerechnet werden. Dabei kann es zu Sachbeschädigungen und Gewaltanwendung kommen. Dies kann im Extremfall die Bewegungsfreiheit vorübergehend beeinträchtigen oder verunmöglichen. Versorgungsengpässe können nicht ausgeschlossen werden.
Im Falle von Verkehrsbehinderungen durch Demonstrationen, Strassenblockaden oder Streiks bleibt den Reisenden nichts anderes übrig, als sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten zu erkundigen und gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abzuwarten. Die Schweizer Botschaft in Quito hat bei Verkehrsbehinderungen keine Möglichkeiten zur Unterstützung bei der Aus- oder Weiterreise.
Informationen über Strassenblockaden:
Servicio Integrado de Seguridad ECU 911

Es bestehen Engpässe bei der Stromversorgung.

Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und bei Ihrem Reiseveranstalter über die aktuelle Lage und meiden Sie grosse Menschenansammlungen und Demonstrationen jeder Art. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (z.B. Ausgangssperren).

Das Risiko von terroristischen Anschlägen kann auch in Ecuador nicht ausgeschlossen werden. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Grenzgebiet zu Peru
Teile des Grenzgebiets zu Peru
(besonders in der Nähe militärischer Einrichtungen) sind noch vermint. Halten Sie sich strikt an die asphaltierten und häufig benutzten Strassen und informieren Sie sich im Zweifelsfall bei den lokalen Behörden und/oder der Bevölkerung.

Guayaquil, Duràn und Esmeraldas
Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen in die Städte Guayaquil, Duràn und Esmeraldas wird abgeraten. Eine Ausnahme bilden Transitreisen über den Flughafen Guayaquil. 
Reisenden, welche keinen direkten Fluganschluss haben, wird empfohlen eine Übernachtung in einem Flughafen-Hotel einzuplanen. 
Im Ballungsraum und in der Hafenstadt Guayaquil, Duràn sowie in und um die Küstenstadt Esmeraldas sind Drogenbanden und andere kriminelle Gruppierungen besonders aktiv. Es kommt regelmässig zu Schiessereien und anderen Gewalttaten. Das Risiko, unversehens in eine gewaltsame Auseinandersetzung zu geraten, ist hoch. Vereinzelt kommt es auch zu Explosionen.

Grenzgebiet zu Kolumbien
Von Reisen in das gesamte Grenzgebiet wird abgeraten.
Im Grenzgebiet zu Kolumbien sind Guerilla- und andere bewaffnete illegale Gruppierungen aus Kolumbien aktiv. Es besteht eine erhöhte Gefahr, Opfer eines Gewaltverbrechens oder einer Entführung zu werden.

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate ist sehr hoch. Es kommt regelmässig zu Diebstählen, bewaffneten Überfällen, Morden, sowie zu Vergewaltigungen und anderen Sexualdelikten. Besonders betroffen sind Quito und die dazugehörige Provinz Pichincha, Guayaquil, Cuenca und auch die ganze Küstenregion.
In billigen, unbewachten Touristenunterkünften sind Gäste wiederholt ausgeraubt worden. Auch in Bussen kommen Diebstähle häufig vor.

Bei sogenannten Express-Entführungen wird das Opfer zu Bargeldbezügen mit der Kreditkarte gezwungen. Die Zahl der Express-Entführungen nimmt zu (vor allem in Quito und Guayaquil), oft unter Komplizenschaft von Fahrern nicht registrierter Taxis; es waren aber auch schon offizielle Taxis involviert.

Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Informieren Sie sich bei ortsansässigen Kontaktpersonen oder im Hotel über die lokalen Gegebenheiten, und erkundigen Sie sich, welche Quartiere gemieden werden sollten.
  • Schenken Sie dem Sicherheitsaspekt bei der Wahl der Unterkunft grosse Aufmerksamkeit; zu viel Sparsamkeit kann Ihre Sicherheit beeinträchtigen.
  • Verzichten Sie auf nächtliche Spaziergänge, und meiden Sie auch tagsüber wenig besuchte Ortschaften und Grossstadtquartiere.
  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck, Kameras usw.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Unternehmen Sie wegen der Gefahr von Überfällen keine nächtlichen Überlandfahrten, auch nicht per Bus.
  • Fahren Sie wenn immer möglich mit Taxis, die Sie selbst telefonisch reserviert haben. Andernfalls nehmen Sie ein offizielles Taxi (gelb oder weisse Farbe und mit orangem Nummernschild) an einem Taxistand.
  • Nehmen Sie von Unbekannten keine Getränke oder Esswaren an - weder offen noch in verschlossenen Flaschen oder Packungen. Es kommt vor, dass diese mit Betäubungsmitteln versetzt werden, um das Opfer nachher zu berauben oder zu vergewaltigen.
  • Von Radtouren und wildem Camping wird abgeraten.
  • Leisten Sie bei einem Raubüberfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft ist hoch! Die Verbrecher schrecken auch vor Morden nicht zurück.
  • Frauen wird geraten, nachts nicht alleine unterwegs zu sein und einsame Gegenden zu meiden. Sie werden weniger belästigt, wenn sie von einem Mann begleitet werden.
  • Lassen Sie sich auf Wanderungen und generell bei Ausflügen ins Landesinnere, inkl. ins nördliche Amazonasgebiet, von einer Reiseführerin, einem Reiseführer oder einer anderen ortskundigen Vertrauensperson begleiten.

Verkehr und Infrastruktur

Die Strasseninfrastruktur hat sich in den letzten Jahren stark verbessert, dennoch ist das Unfallrisiko wegen mangelhafter Signalisierung gross, besonders nachts. Ein zusätzliches Risiko besteht durch das unvorhersehbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmenden. Von nächtlichen Überlandfahrten (auch per Bus) wird abgeraten.

Die Qualität der Sicherheitsvorkehrungen und des Materials im Bereich von Risikosportarten ist sehr unterschiedlich (Canopying, Canyoning, Rafting, Bergtouren etc.). Informieren Sie sich bei den lokalen Anbietern über die Sicherheitsmassnahmen und prüfen Sie die Sportgeräte.
Vereinzelt sind die Sicherheitsvorkehrungen der lokalen Schiffsverbindungen (auch Galapagos) mangelhaft.

Grenzübergänge können kurzfristig vorübergehend geschlossen werden, z.B. um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Informieren Sie sich bei den lokalen Behörden oder direkt bei den Grenzposten.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Verhaftungen aus geringfügigem Anlass sind möglich. Die Justizverfahren können sehr langwierig und unüberblickbar sein. Im Zweifelsfall dürfen ausländische Staatsangehörige während der Untersuchung/Gerichtsverhandlung das Land nicht verlassen. Auch bei finanziellen Streitigkeiten können ausländische Personen auf Veranlassung der Gegenpartei an der Ausreise gehindert oder inhaftiert werden.

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Besitz, Handel, Transport) werden schon bei geringen Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigen Haftstrafen geahndet.

Die Haftbedingungen sind prekär: überfüllte Zellen, mangelhafte Ernährung, medizinische und hygienische Versorgung, Gewalt unter inhaftierten Personen usw.

Kulturelle Besonderheiten

Begegnen Sie der Bevölkerung mit gebührendem Respekt und passen Sie Ihr Verhalten den lokalen Gepflogenheiten an. Fotografieren Sie Personen nur mit deren Einverständnis; andernfalls muss mit zornigen Reaktionen gerechnet werden. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen.

Naturbedingte Risiken

Ecuador liegt in einer Erdbebenzone und hat zahlreiche aktive Vulkane. Erdbeben unterschiedlicher Stärke kommen in den Anden und in den Küstenregionen häufig vor.
Erdbeben und Vulkanausbrüche können neben Verwüstungen auf dem Land auch Tsunami auslösen. Tsunami, die durch Vulkanausbrüche oder Erdbeben im pazifischen Raum ausgelöst werden, können auch Ecuador erreichen.
Bei Vulkanausbrüchen kann Ascheregen im Flugverkehr zu Verspätungen oder kurzfristigen Annullierungen führen. Besteigen Sie keine Vulkane während der Eruptionsphase. Generell ist bei Exkursionen auf Vulkanen Vorsicht geboten. Lassen Sie sich von einer kundigen Führerin oder einem kundigen Führer begleiten und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden.
Das geophysische Institut Quito (Instituto Geofísico) informiert über die aktiven Vulkane und über Erdbeben.
Instituto Geofísico Quito

Nach schweren Regenfällen kann es zu Verkehrsbehinderungen durch Erdrutsche und Überschwemmungen kommen.
Instituto Nacional de Meteorología e Hidrología

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine grössere Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden (Sperrzonen etc.). Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizer Botschaft in Quito.
Servicio nacional de Gestión de Riesgos y Emergencias
(Zentrum für Risiko-Management)

Medizinische Versorgung

Ausserhalb der grösseren Städte ist die medizinische Versorgung nicht immer gewährleistet. Auch in Notfällen verlangen private Krankenhäuser vor Behandlungen eine finanzielle Garantie (Kreditkarte oder Vorschusszahlung). In öffentlichen Krankenhäusern müssen üblicherweise das zur Behandlung notwendige Material und die Medikamente von den Patientinnen und Patienten selbst (respektive den Angehörigen) besorgt werden.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren medizinische Fachpersonen und Impfzentren.
Reiselinks

Besondere Hinweise

Sie sind verpflichtet, sich jederzeit mit dem Reisepass ausweisen zu können; bei Zuwiderhandlung drohen vorübergehende Inhaftierung und Bussen. In der Regel wird bei kürzeren Abwesenheiten vom Aufenthaltsort aber auch eine Farb-Fotokopie des Passes akzeptiert (Personalien und ecuadorianischer Einreisestempel).

Für die Einreise auf dem Landweg gelten für ausländische Staatsangehörige besondere Vorschriften. Auskunft über die aktuellen Bestimmungen erteilen die lokalen Behörden und die Botschaft von Ecuador in Bern.
Botschaft von Ecuador in Bern

Nützliche Adressen

Notruf (Allgemein): 911
Servicio integrado de seguridad ECU 911

Zollvorschriften: Aduana del Ecuador SENAE

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Ecuador
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.

Letzte Aktualisierung 03.05.2024

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